Dudweiler im Nebel

Michel's Blog

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„Hallo, dürfte ich ein Foto von euch machen?“ – Teil 2

Posted by Kuppics - 20. März 2014

Club Cäsar NK - Tanzritual

Club Cäsar NK – Tanzritual

Heute geht es weiter mit dem zweiten Teil meiner Charakterisierung der Clubbesucher aus der Sicht eines Fotografen. Dabei möchte ich kurz darauf hinweisen, dass Ähnlichkeiten mit realen Personen explizit gewollt sind. Die hier beschriebenen Charaktere basieren auf meinen realen Erlebnissen als Party- und Eventfotograf. Ich bin mir daher ziemlich sicher, dass auch DU dich in einem der vergangenen, gegenwärtigen oder zukünftigen Artikel wiederfinden wirst.

Die Unentschlossenen
Trifft man auf eine Gruppe von 2-3 Personen, ist die Chance gar nicht mal so schlecht auf die Unentschlossenen zu treffen. Als Unentschlossene gelten keineswegs einzelne Personen, sondern immer die ganze Gruppe. Geht man auf eine solche Gruppe zu, kann man schon von weitem erkennen, wie die einzelnen Mitglieder wild anfangen zu tuscheln. Als geübter Lippenleser erkenne ich natürlich sofort, was hier getuschelt wird. In der Regel spielen sich die Dialoge wie folgt ab:
Mitglied A: „Sollen wir ein Foto machen?“
Mitglied B: „Mhm ich weiß nicht.“
Mitglied C: „Auja, lass uns ein Foto machen!“
Mitglied B: „Mhm sollen wir wirklich?“
Dieser Dialog wiederholt sich oft mehrmals und kann somit mehrere Minuten andauern.
Ich kann mich nicht entscheiden ob ich mir ein Bier holen gehen soll oder doch 5 Minuten warte.
Alter: 16 – 25 Jahre
Häufigkeit: selten
Geschlecht: Frauen und ähnliche
Besonderheit: Schafft es der Fotograf es in einem geeigneten Moment voll in die Dialogspirale zu grätschen und ein freundliches „Ja, Ihr habt Lust ein Foto zu machen!!!“ einzubauen, wird die Spirale direkt beendet. Jetzt stehen die Chancen sehr gut, dass die Unentschlossenen ihre letzten Zweifel mit einem leisen Gruppengekicher ablegen und sich unmittelbar in Position bringen. Geschafft!!!
Die Besserwisser
Der Besserwisser tritt ebenfalls in einer Gruppe von 2 – 3 Personen auf und steht natürlich gerne für ein Foto zur Verfügung. Dabei ist es sein eigenes Gesetz, sich und seine Kumpanen vor der dunkelsten Wand im Club, und zwar wirklich nur dort, in Stellung zu bringen. Jetzt ist es so, dass der Hintergrund auf einem Club-Foto mindestens genauso wichtig ist, wie die Person selbst. Dies ist besonders dann so, wenn die Person schon unter gewissen „Schönheitsmängel“ zu leiden hat. Daher schlage ich dem Besserwisser vor, sich so aufzustellen, dass noch etwas buntes Licht im Hintergrund zu sehen ist. Der oder die Besserwisser wäre natürlich kein Besserwisser, wenn er es nicht besser wüsste und besteht daher darauf das Bild vor der schwarzen Wand zu machen und sonst nirgendwo. Einer der Hauptgründe ist angeblich, dass er nicht möchte, dass andere Menschen im Hintergrund zu sehen sind, denn diese sind ja sowieso immer unscharf. Mit meiner äußerst scharmanten Art, schaffe ich es häufig immerhin noch ein zusätzliches Bild, an der von mir vorgeschlagenen Position, zu machen. 90 Prozent der Besserwisser wissen es immer noch besser und finden das erste Bild aus Prinzip viel cooler. Dass das daran liegt, dass sie auf dem ersten Bild den Bauch noch eingezogen haben und auf dem zweiten ihre Körperspannung nachgelassen hat, verrate ich ihnen nicht.
Ich zieh mich in die nächste dunkle Ecke zurück und schaue mir verzweifelt das Bild wieder an, jetzt kommt es auf die absolute Körperbeherrschung an, ansonsten wird das Bild gelöscht (natürlich ausversehen). Anschließend schleppe mich völlig entkräftet (von der ganzen Anspannung) an die nächste Bar und brauch erst mal eine kalte Cola.
Alter: 20 – 25 Jahre
Häufigkeit: sehr selten (zum Glück)
Geschlecht: Nur Männer
Besonderheit: Der Besserwisser ist eigentlich ein Paradox, denn würde er es wirklich besser wissen, würde Ihm das zweite Bild besser gefallen.

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„Hallo, dürfte ich ein Foto von euch machen?“ – Teil 1

Posted by Kuppics - 17. März 2014

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Lange, lange ist es her, dass hier der letzte Beitrag erschienen ist.  Zum Einen hat mir einfach die Motivation gefehlt etwas zu schreiben, zum Anderen gab es auch nichts was ich zu erzählen hatte. Aber das soll sich jetzt ändern. Seit Oktober 2013 bin ich nebenberuflich als Fotograf in den verschiedensten Clubs des Saarlandes unterwegs und treffe somit auch auf viele Clubgänger der verschiedensten Sorten. Gerade das ist auch ein Grund, warum mir der Job so Spaß macht. Jede Person, die ich treffe ist für mich eine kleine Wundertüte, ich weiß nie genau was auf mich zukommt. Es gibt die Menschen, die nur darauf warten, dass man ein Foto von ihnen schießt und die Anderen, die auf keinem Foto, auch nicht im Hintergrund, auftauchen wollen.

Da es aber noch so viele andere Unterschiede und Gewohnheiten zwischen den einzelnen Clubgänger gibt, kam mir die Idee die Personen in verschiedene Kategorien einzuordnen und darüber einen kleinen Artikel zu verfassen. Die Charakterisierung der Clubbesucher aus der Sicht eines Fotografens.

Die Normalos
Ich fange erst mal ganz unspektakulär mit den Normalos an. Die Normalos bilden den größten Teil der Clubbesucher (zum Glück). Sie bemühen sich
nicht wirklich um ein Foto, brauchen aber auch nicht wirklich lange um zu entscheiden ob Sie ein Foto wollen oder nicht. Wenn Sie sich dafür
entscheiden, sind sie mit dem ersten Foto zufrieden und bedanken sich. Entscheiden Sie sich gegen ein Foto, wird dies freundlich kundgetan.
So soll es sein, ich bedanke mich.
Alter: 16 – 30 Jahre
Häufigkeit: sehr häufig
Geschlecht: alle
Besonderheit: keine
Die Ablehner
Weiter geht es mit einer weiteren häufig verbreiteten Gruppe, den Ablehnern. Nähert man sich einer Gruppe mit Ablehner und wird von diesem entdeckt, reagiert dieser wie ein Vampir auf Knoblauch. Seine komplette Körpersprache sagt jetzt: „Hau bloß ab, ich will kein Foto!“. Ich akzeptiere das natürlich. Doch obwohl ich mir Gesichter gut merken kann, kommt es leider auch vor, dass ich Personen mehrmals anspreche. Gerate ich dann wieder an den Ablehner, wird dieser in der Regel sehr unfreundlich und antwortet pampig: „Ich habe dir doch vorhin schon gesagt, dass ich nicht will“.
Ich entschuldige mich natürlich aufs Höflichste und wünsche mir farbige Punkte um die Besucher zu markieren.
Alter: 25+
Häufigkeit: häufig
Geschlecht: mehr Männer als Frauen
Besonderheit: Ist oft das Alphatier der Gruppe. Ist dies nicht der Fall wird der Ablehner oft vom Rest der Gruppe überzeugt, doch für ein Foto zur Verfügung zu stehen.

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Die Rückkehr aus dem Tiefkühlgemüsemodus oder do bin ich widda

Posted by Kuppics - 22. September 2010

So und da bin ich wieder, nach über 2.000 km Autofahrt, 3 Tankfüllungen, 3 Kilo mehr auf den Rippen und 14 Tagen Strandurlaub bin ich wieder zuhause. Obwohl ich noch eine Woche Urlaub zuhause hatte, bin ich irgendwie genauso Urlaubsreif wie vorher. Also ich will damit nicht sagen, dass mein Urlaub kacke war, er war schön, sehr schön, allein schon deswegen weil meine Frau ja dabei war (schleim), aber ich könnte gerade wieder in Urlaub fahren. Morgens beim Aufstehen schon das Meer rauschen hören, merken wie die Sonnenstrahlen langsam aber sicher, alles wieder aufwärmen, dass hat mir gefallen. So genug gejammert, vielleicht fahren wir ja nächstes Jahr wieder ans Meer, dann aber an den Atlantik.

Hier ein paar Einzelheiten:

Unser Urlaub dieses Jahr ging an die Mittelmeerküste Frankreichs, um genau zu sagen nach Sérignan-Plage und um es noch genauer zu sagen, auf den Campingplatz Beausejour.

Der Platz

Der Campingplatz war wirklich toll, es waren Mobilheime, Zelte, Wohnwagen und Wohnmobile bunt auf dem Campingplatz verteilt, von unserem Mobilheim waren es wenn überhaupt gerade mal 100 Meter bis zum Strand und der komplette Platz war wirklich sauber. Die Wege waren geteert, Restaurant, Bar und Mini-Supermarkt waren auch direkt auf dem Platz und wenn das Meer mal zu kalt war, gab es sogar für die Memmen ein beheiztes Schwimmbad. Außerdem gab es auch noch einen Fußball-, Basketball- und Volleyballplatz, eine Cross-Fahrradstrecke und einen schönen Spielplatz. Außerhalb des Platzes, welches ja schon fast ein Dorf war, konnte man alle Furz lang frisches Gemüse direkt vom Bauern kaufen. Einmal habe ich sogar mitbekommen, wie der Bauer das Gemüse frisch vom Feld gepflückt hat, also frischer geht’s nicht mehr. Ansonsten war man innerhalb von 5-10 Minuten in der nächsten Stadt oder beim nächsten Einkaufscenter. Hier konnte man sich dann zu ganz normalen Preisen mit Lebensmittel eindecken, welche dann abends im Mobilheim zu leckeren Speisen veredelt wurden um sie dann regelrecht wegzufressen, denn Hunger hat man irgendwie immer im Urlaub.

Das Mobilheim

Meine Frau und ich hatten also das Mobilheim Nr. 101 und ich kann das wirklich nur jedem Empfehlen. Was von außen ziemlich klein Aussieht, ist zwar auch von innen klein, hat aber alles was man braucht und vielleicht sogar noch mehr. In unserem Fall war das eine komplett eingerichtete Küche mit Gasherd (4 Kochplatten), großen Kühlschrank mit geräumigem Tiefkühlfach, Mikrowelle, Geschirr und was halt sonst noch so zu einer Küche gehört. Zum Schlafen gab es jeweils ein Ehebett, 160 cm x 200 cm, zwei Einzelbetten 80 cm x 200 cm und eine Schlafcouch. Es hätten also rein Theoretisch 6 Personen einen Platz zum schlafen, das wäre dann allerdings wirklich sehr eng. Besser klappt das natürlich dann mit 4 Personen oder wie bei uns, mit 2 Personen, da kann man das 2. Schlafzimmer nämlich prima als Ankleidezimmer verwenden, da die Schlafräume doch sehr eng sind. Zu einem kompletten Haus fehlt dann eigentlich nur noch die Toilette und eine Dusche, die waren beide vorhanden und da war ich auch echt froh drum, ich finde nämlich der einzigen Nachteil den Camping hat, ist dass man sich Dusche und Toiletten mit allen anderen teilen muss und das ist eben bei diesen Mobilheimen nicht der Fall. Man hat sein eigenes Klo und kann abends in Ruhe duschen. Für mich war es das erste Mal Campen in einem Mobilheim, früher war ich wirklich nur mit dem Zelt unterwegs und ich muss wirklich sagen, der Atmosphäre und der Stimmung tut dieses Heim keinen Abbruch. Dadurch das jedes Mobilheim auch noch eine Überdachte Terrasse mit Tisch und Stühlen hat, ist also auch das allabendliche Beisammensitzen a la Zelturlaub möglich. Einen Nachteil muss es allerdings bei Mobilheimen geben, der Preis 😦

Der Strand

Der Strand war wirklich sauber, das einzige was herumlag, waren faule Touristen, Muscheln und Schneckenhäuser in allen Größen. Ich habe wirklich schon viele andere Mittelmeerstrände gesehen, aber keiner war so sauber und so viel bemuschelt (ich liebe Wortkreationen) wie dieser. Die Temperaturen lagen immer zwischen 24 und 28 Grad. Dadurch das wir erst so spät (Nachsaison) im Urlaub waren, war das mit dem Platz am Strand auch wirklich kein Problem. Stellenweise hatte man bis zu 50 Meter Platz, bis der nächste Sonnenschirm im Sand steckte oder irgendwelche Touristen, wie gestrandete Wale, im Sand lagen um sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen.

Das Meer

Jo bleibt nur noch das Wasser übrig, das war Anfangs irgendwie sau kalt, später echt angenehm. Die Temperaturen schwankten von 16-22 Grad und auch das Wasser war wie der Strand sauber. Beim schnorcheln konnte ich riesige Fische beobachten, welche beim aufheben der Muscheln direkt den aufgewirbelten Sand nach Fressbarem durchsuchten. Einen Tag hatten wir sogar Wellen wie am Atlantik, das war wirklich cool, ich liebe große Wellen.

Die Blaue Flagge , welches ein Merkmal für sehr hohen Standard der Sauberkeit des Meerwassers und der umliegenden Natur ist, war an unserem Strandabschnitt ebenfalls gehisst und ist damit wohl der Beweis für o.g. Sauberkeit.

So das waren die Rahmenbedingungen, jetzt zum Erlebnisbericht 🙂

Was hab ich dort also so erlebt? Für alle die immer voller Tatendrang sind, wäre der Urlaub mit mir nichts gewesen. 90% der Zeit hab ich am Strand gelegen, hab im Wasser nach den wirklich großen Muscheln geschnorchelt oder hab mich einfach nur treiben lassen. Die anderen 10% hab ich geduscht, gegessen, geschlafen, war einkaufen, laufen,  1x in der Stadt, 1x am Canal du Midi und 1x in Sérignan lecker Essen.

Das Laufen

Dass ich zurzeit im Lauf-Fieber bin brauch ich glaub ich niemandem mehr zu erzählen, auch wenn meine Beiträge darüber hier im meinem Blogg immer seltener werden, hatte ich mir auch vorgenommen in meinem Urlaub jeden 2-3 Tag laufen zu gehen. Im Endeffekt wurde daraus (ich glaube) 4x Laufen mit ca. 41 km. Öfters habe ich es irgendwie nicht geschafft, denn anders als in meinen Vorstellungen macht laufen in Südfrankreich gar keinen Spaß. Man läuft Kilometerweit nur gerade aus, keine Anstiege, immer eben und nur Asphalt oder Sand. Ich bin ganz ehrlich, die 4 Mal die ich da unten laufen war, hab ich mich gequält wie schon lange nicht mehr. Trotzdem war ich laufen und meinen ersten Lauf, welcher wirklich der schönste von den Vieren war, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, aber nicht mit den üblichen Werten, sondern einfach nur mit Bildern.

Wenn ihr auf das Bild kickt, könnt ihr auch sehen wo die folgenden Bilder aufgenommen wurden.


Ca. 07:15: Nachdem man vom Campinggelände unten war, stand man mitten in der Pampa. Überall Grasland und kaum Bäume, wenn überhaupt nur Sträucher und jede Menge Feldhasen, die sich am Gras satt fraßen. Das Foto ist leider wie fast alle Fotos etwas unscharf, Fotos machen und Laufen verträgt sich nicht so.


Ein Verlassener Bauernhof in Mitten der Graslandschaft. Sebastian und ich hätten hier so richtig geile Fotos machen können, da bin ich mir sicher.


Der Hafen von Valras-Plage, ein paar Meter weiter mündet der Orb nach 136 km ins Mittelmeer.

Und das Mittelmeer, hier habe ich dann versucht die Letzten Kilometer zurück zu laufen. Das Laufen am Meer schwer ist, wusste ich schon vorher und ich hätte es auch geschafft, da aber alle 100 Meter ein Angler saß und ich diese weiträumig umlaufen wollte (Angelharken im Backen tut weh wie en sau) musste ich nach ein paar Kilometern aufhören.

Und zum Schluss noch der Strand, ich find ihn herrlich.

Die Leiche

Ja was war das denn? Das haben wir uns gefragt, als wir auf dem Hinweg zum Lidl daran vorbei gefahren sind. Es hat ausgesehen wie ne riesige Ratte, war aber so groß das es definitiv keine sein konnte. Auf der Rückfahrt haben wir dann zwei Beweisfotos gemacht und sind alle zum Entschluss gekommen, dass es sich um einen Nutria (Biberratte) handeln muss. Leider wurde sie wohl von einem Auto angefahren und wurde so aus dem Leben geschossen. Armes Nutria.

Die Sternschnuppen

Also meine erste und letzte Sternschnuppe hatte ich als kleines Kind im Garten meines Opas gesehen und mir einen Pegasus gewünscht. Seitdem hab ich echt immer wieder in den Sternenhimmel geschaut und gehofft mal wieder eine zu sehen, Pustekuchen. Im Urlaub wurde mein Wunsch, mal wieder eine Sternschnuppe zu sehen, dann doch endlich mal belohnt. Nicht nur eine Sternschnuppe, auch nicht zwei oder drei, insgesamt habe ich an einem Abend 7 Sternschnuppen gesehen, einmal sogar zwei  gleichzeitig. Nur für den Fall, dass ihr mich für bekloppt haltet, meine Frau hat sie auch gesehen.

Das Gewitter

Ja an einem Abend gab es auch ein richtig schönes Gewitter, bestimmt 2-3 Stunden oder noch länger zuckten die Blitze nur so vom Himmel. Da ich ja Gewitter und Blitze liebe, hab ich das so ziemlich Dümmste gemacht, was man bei Gewitter machen kann. Das ist mir aber erst später bewusst geworden. Ich hab mich auf die Dünen gestellt um zu beobachten, wie die Blitze vom Himmel jagen. Noch nie, wirklich noch nie habe ich so schöne, große und deutliche Blitze gesehen. Dann ist mir allerdings eingefallen, dass ich da mit ein paar anderen Schaulustigen, so ziemlich der höchste Punkt in der Umgebung bin und hab mich mal schnell vom Acker gemacht.

Das Herz

Jetzt wird’s schnulzig. An einem Tag am Meer hab ich Fatima ein Herz in den Sand gemalt, da es da so ziemlich Kontrastlos lag, hab ich mir überlegt wie ich es mit Farbe füllen könnte. Ca. 1 Stunde später war dann mein Kunstwerk fertig. Aus Zerbrochenen Muschelschalen und Steinen habe ich ein Muschel-Stein-Mosaikherz erstellt. Das schöne daran war eigentlich, dass selbst eine Woche später das Herz immer noch zu erkennen war, zwar etwas ausgewaschen aber man wusste noch was es einmal war.

Der Sturm

Ja zwei Tage hatten wir schlechtes Wetter und ein Tag davon war wirklich krass. Also es hat zwar nicht geregnet, aber es war so stürmisch, dass man binnen Sekunden wie ein paniertes Schnitzel am Strand stand. Ins Wasser gehen war verboten, die Küstenwache hatte die rote Fahne rausgehängt und ist mit einem Fahrzeug die Küste auf und ab gefahren und hat jeden weggeschickt, der auch nur die Fußspitzen ins Wasser gestreckt hat. Ich wäre schon gerne ins Wasser gegangen, weil an den Atlantik kamen die Wellen bei weitem nicht ran, aber die Küstenwache wird schon ihre Gründe für die rote Fahne gehabt haben.

Hummeldumm, das Roman, ne!

Vor dem Urlaub war ich mir noch schnell ein Buch kaufen, die Wahl ist auf Hummeldumm von Tommy Jaud gefallen. Leute ich kann euch nur eins sagen, geht oder rennt am besten in euren Bücherladen und kauft euch das Buch. Ich lese nun wirklich nicht gerne, aber das Buch habe ich verschlungen. Selten habe ich so viel gelacht und da ich jetzt einfach davon ausgehe, dass Ihr euch das Buch kaufen werdet, werde ich hier nicht mehr viel darüber schreiben nur noch das, was auf der Buchrückseite zu lesen ist.

»Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich saß in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.«

Wer an allem schuld ist, ist für Matze sowieso klar: seine Freundin Sina. Während er in endlosen Verhandlungen die neue Eigentumswohnung klargemacht hat, sollte sie einfach nur »irgendwas« buchen. Hat sie auch. Doch musste dieses »irgendwas« ausgerechnet eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia sein, ein Land, in dem jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet? Was hat er denn verbrochen, dass man ihn nun täglich in einen Kleinbus voller Bekloppter sperrt, um ihn dann zu österreichischen Schlagern über afrikanische Schotterpisten zu rütteln? Und warum stolpert er bei minus zwei Grad in einem albernen Wanderhut über die Dünen der Kalahari, statt auf Mallorca ein Bierchen zu schlürfen? Als Matze dann noch daran erinnert wird, dass die sicher geglaubte Wohnung an andere Käufer geht, wenn er nicht sofort die fünftausend Euro Reservierungsgebühr überweist, hat er gleich noch drei neue Probleme: Das nächste Internetcafé ist fünfhundert Kilometer entfernt, der Handyakku plattgedaddelt und das einzige Ladegerät fest in österreichischer Hand.

»Ich drücke meine Nase ans Busfenster und blicke hinaus ins weite Land. Die Namibier winken uns und lachen. Klar lachen sie, sie sind ja frei. Wir nicht. Wir sind die in Blech gepackte Rache für die deutsche Kolonialzeit.«

Der Schock

Ja der letzte unserer Tage war zwei- bzw. sandwichgeteilt. Das erste Drittel war super, schönes Wetter, warmes Meer und kaum Leute am Strand. Als dann der all mittagliche Hunger auftrat, beschloss ich mich Richtung Mobilheim zu bewegen, um mir dort den Panz vollzuhauen. Als ich kurz aufs Handy schaute, war dort ein Anruf von Daniel (Nachbar, Freund und Fischfütterer). Zuerst habe ich mal eine SMS zurück geschrieben ob alles in Ordnung ist und ob der Anruf wichtig war. Dann aber beschlich mich ein ungutes Gefühl und ich hab einfach mal zurück gerufen. Dran war aber nicht Daniel, sondern Nina, seine Freundin und die Nina erzählte mir dann etwas, was mich in den Wurstteil des Sandwichs beförderte, nämlich in das zweite Drittel. Laut ihrer Beschreibung lief Wasser aus meinem Aquarium, irgendwo, man konnte die Stelle nicht ausfindig machen. FUCK was tun? Tja ich hab Nina dann erst mal gesagt, dass ich wieder anrufe, bin zum Strand und habe mit meinem Vater und Fatima eine Kriesensitzung abgehalten. Was tun? Normalerweise hätte ich meinen Vater hingeschickt, der hätte irgendwas gemacht, der war aber mit mir im Urlaub. Also gab es nur eine Lösung, irgendwer muss das Aquarium leer machen, soweit bis kein Wasser mehr rausläuft. Nur wer? Daniel und Nina hatten noch nie ein Aquarium und trauten sich das auch nicht zu, was ja nicht schlimm ist. Also hab ich erst mal versucht meine Mutter zu erreichen, Fehlanzeige. WER kann mir da also noch helfen. Dann fiel mir der Retter in der Not ein. Christian (auch Freund) hat ein Aquarium und kennt sich somit auch mit der Technik aus, er war meine letzte Rettung, ansonsten hätte ich eine offene Herzoperation mit Daniel und Nina am Telefon machen müssen. Chris ging auch direkt ans Telefon, hab ihm dann kurz erklärt was Sache ist. Eigentlich hatte ich schon alles aufgegeben. Ich habe ihm meine Fische geschenkt und ihn einfach nur darum gebeten mein Aquarium kontrolliert leerlaufen zu lassen. Er meinte dann nur, dass er in 1-2 Stunden vorbeifährt und sich das Ganze anschaut. Dann begannen die Stunden des Wartens, ich war so mies drauf, nichts und niemand konnten mich aufheitert, der Tag war gelaufen! Warum konnte das dumme Aquarium nicht noch einen Tag warten, bis ich zuhause bin, bis ich irgendwas organisieren oder unternehmen kann. Um 17:23 Uhr bekam ich dann folgende SMS:

„Hallo Michel. Kannst beruhigt sein, der Ausströmer war verstopft und das Wasser ist über den Beckenrand gespritzt. Ich hab nu den Aufsatz komplett abgemacht. Genießt euren letzten Urlaubstag noch!!! Gruss Chris“

Ich weiß nicht was in diesem Moment in mir vorging, ich war einfach nur glücklich! Mein Aquarium war ganz und nur eine dumme Konstruktion von mir hatte dazu geführt, dass das Wasser aus meinem Aquarium lief. Leider war der Fehler wirklich so versteckt das es für einen Laien nicht sichtbar war. Das Wasser lief nämlich unter der Abdeckung durch, die Dekofolie an der Rückseite des Aquariums entlang und dann an der Seite, am Silikon auf das Holz.

Danach war wieder alles okay, ich war so gut gelaunt wie schon lange nicht mehr und hab mich ein bissl geärgert, dass ich diese dumme Konstruktion (welche komplett ohne Nutzen ist) vor meinem Urlaub noch angebracht hatte. Aber wie heißt es so schön Ende gut Alles gut und so konnte ich dann abends noch Fotos mit Fatima machen gehen.

Nochmal einen ganz großen Dank an Christian, Daniel und Nina.

Die Fotos

Was wäre der Urlaub ohne ein paar schöne Fotos? Aber ich denke hier braucht es nicht viele Worte, schaut es euch einfach an.

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